15. Juli 2010, 13:52 / Ausgehen Jeden Tag Reisen

Immer und überall schön sein?


von Chris

In dieser Hinsicht bin ich wohl die beste Ansprechpartnerin! Um mich vor einem Date, vorm Ausgehen oder vor einem Meeting schön zu machen, habe ich mich schon in lustige und mitunter auch gefährliche Situationen gebracht. Hier einige Beispiele dafür, wie ich mich „auf die Schnelle aufhübschen“ wollte. Ist euch so etwas auch schon passiert?

Im Auto: Eins muss ich vorab erst einmal klarstellen: Sich am Steuer zu schminken ist nicht nur verboten, sondern völlig verantwortungslos und gefährlich. Aber ich habe es trotzdem versucht. Und das Ergebnis? Nun, ich muss zugeben, dass ich den Umgang mit Mascara und Kajal auch ohne einen Blick in den Autospiegel ganz gut beherrscht habe. Ich bin ganz einfach mechanisch vorgegangen. Doch als ich dann die Kontrolle verlor (zwar nicht über das Auto, sondern über Eyeliner und Lippenstift), war ich wegen der Flecken auf meiner schönen weißen Hose so verstimmt, dass ich mich seitdem immer erst schminke, wenn ich sicher auf einem Parkplatz stehe. Selbst mit ruhiger Hand habe ich nun immer noch Angst um meine Kleidung. Jetzt lege ich mir für den Fall aller Fälle immer erst einmal Taschentücher auf den Schoß.

Auf der Damentoilette im Büro: Dieser Ort ist absolut NICHT gedacht für Mädels, die gerade mal eben ihr Make-up in angenehmer Atmosphäre auffrischen möchten. Keine Ablagemöglichkeit für Taschen, zu weit weg vom Spiegel, Geruch und Ambiente übel und zu allem Überfluss grelles Licht. Nun, ihr versteht: Ihr seid zum Arbeiten da und nicht, um euch zu pflegen. Und wenn man dann noch einen abschätzigen Blick von einer Kollegin bekommt, fühlt man sich mitunter wie eine, die es darauf anlegt, den Chef zu verführen. Wie oft habe ich schon von meinen Kolleginnen Komplimente für mein Outfit und mein Make-up bekommen? Sie konnten es gar nicht oft genug betonen und ich habe auch nicht damit aufgehört.

In öffentlichen Verkehrsmitteln: Gott ja, die Leute starren dich einfach an, wenn du Lippenstift aufträgst. Sie haben ja auch sonst nichts zu tun. Sie scheinen jedem deiner Striche zu folgen und deine Gesten nachzuäffen. Wie unangenehm und peinlich! Manchmal möchte ich sie einfach nur anlächeln und fragen, ob ich lieber den roten oder den pinkfarbenen Lipgloss nehmen soll. Andererseits kann ich ihnen auch keinen Vorwurf machen. Ich schaue selbst nur allzu gern dabei zu, wenn Mädels stundenlang mit dem Auftrag ihrer Wimperntusche beschäftigt sind. Mit so einem Verhalten gibt man einfach eine intime Seite der eigenen Person der Öffentlichkeit preis. Daher sollte man die Blicke huldvoll mit einer Prise Humor akzeptieren.

Auf der Straße: Ja, ich habe es wirklich getan! Ganz ehrlich: Habe ich es wirklich so eilig, dass ich mir nicht einmal fünf Minuten Zeit nehmen kann, kurz in einer Damentoilette zu verschwinden, um mich ordentlich zu schminken? Natürlich hat man immer die Möglichkeit, seinen Tag anders zu planen. Aber da ich weiß, dass ich alles Nötige in meiner Tasche dabei habe, kann ich unterwegs ganz diskret und in Sekundenschnelle Puder, Rouge und Lipgloss auftragen, ohne dabei erwischt zu werden. Warum auch nicht? Ich gucke einfach in ein Schaufenster, lächle und schon bin ich fertig!

Wie sind eure Erfahrungen mit dem aufhübschen überall?

7 Kommentare

  • Merlindora SAYS:

    hihi, das Beobachtet werden in der Straßenbahn kann ich bestätigen!

    Ich hab meinen tagesaktuellen Lipgloss/Lippenstift im Büro immer am Schreibtisch stehen und verstecke mich vor meinen Zimmerkollegen gerne mit einem kleinen Spiegel hinter meinem Bildschirm um die Lippen aufzufrischen. Bisher ist es glaub ich noch niemandem aufgefallen :-)

    15. Juli 2010 um 14:38

  • Lynne SAYS:

    Absolut amüsant und erfrischend zu lesen, denn auch ich habe schon an so einigen dieser Orte Make-up aufgelegt und teilweise ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wie du. Als ich Anfang des Jahres in London war, um dort u.a. hier für LGNMW von der IMATS zu berichten, saß uns in der U-Bahn früh morgens auch einige Male eine typische “Business-Frau” gegenüber, die seelenruhig ihr Make-up auftrug. (Nettes Detail: die Ladies trugen Sneeker zu ihren Business Outfits, die sie erst im Büro gegen feineres Schuhwerk, vermutlich mit Absatz, tauschten. Warum schon vorher sich die Füße wund laufen, wenn man schon mehrere Kilometer mit U-Bahn und zu Fuß zur Arbeit zurücklegen muss?)

    16. Juli 2010 um 12:48

  • Dandelion SAYS:

    Ha! Und ich dachte ich wäre allein! Bis auf hinterm Steuer hab ich’s an all diesen Orten auch schon getan…und “was-ne-Tussi-Blicke” geerntet. Die ich hinnehme. Ich lebe nicht mit einer glänzenden Nase, egal was sie sagen!

    11. August 2010 um 19:57

  • Luise SAYS:

    Ich muss gestehen, ich habe auch kein Problem damit, mich unterwegs zu schminken. Ob nun im Zug oder auf der Damentoilette in der Schule. Klar, komisch gucken die Leute schon, aber ich stehe dazu, dass ich möglichst perfekt aussehen möchte, warum also nicht auch öffentlich zeigen, wie. Wobei es sich da bei mir schon meisten auf Augenbrauenstift und Lippenstift/-gloss beschränkt, bzw. Nachmittags Puder auffrischen. Aber wieso auch nicht, ich hab ja immer alles nötige dabei.
    Ich glaub, wer dabei selbstbewusst ist und einfach nur dazu steht kann es auch machen. Es fällt viel mehr auf, wenn man sich davor versteckt. Und Taschenspiegel wurden doch nicht umsonst erfunden, oder?

    12. September 2010 um 20:42

  • Chris SAYS:

    @merlindora: thanks for your comment if your laptop has a webcam, why not using it as a mirror?
    @lynne: thanks Lynne!
    @dandelion: I’m sure that while starring at us, some girls just regret not having their beauty bag with them for going out. If we dare, why would’t they?
    @luise: thanks for your comment here!

    15. September 2010 um 16:30

  • Michaela SAYS:

    einmal als ich im öffentlichen verkehrsmittel mein makeup auffrischte besaßen zwei durchschnittliche hausfrauen mittleren altewrs doch tatsächlich die dreistigkeit sich über mich nicht gerade nett zu unterhalten (“spieglein, spieglein” und “manche brauchen das”), dass ich mich umdrehte und sie erinnerte, dass ich in hörweite saß.

    1. November 2010 um 14:46

  • Jola SAYS:

    Ich befinde mich zur Zeit in Tokyo und mittlerweile habe ich x Frauen gesehen, die sich (trotz der Ermahnung das doch bitte zu unterlassen) weiterhin seelenruhig im Zug schminken und ich finde: Recht haben sie. In Tokyo ist das Zug-System zwar praktisch und man erreicht alles Orte, aber man legt pro Tag mindestens 1 Stunde nur im zug zurück (und 1Stunde ist wirklich die unterste Grenze). Also Ausländerin erntet man allgemein -vollkommen egal, was man macht- Blicke. Also warum nicht auch das make-up im Zug auffrischen? Dann haben die Japaner ausnahmsweise mal einen Grund zu schauen :D

    4. November 2010 um 07:21

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