Auf die Basis kommt es an
Die meisten Frauen legen Wert auf einen frischen, natürlichen Teint, aber die wenigsten besitzen ihn tatsächlich. Immerhin ist die Haut unser größtes Organ und Jahr ein, Jahr aus einer Vielzahl von Einflüssen wie klar abgegrenzte Jahreszeiten mit heißen Sommern und eiskalten Wintern in unsere Breiten, Stress in Job und Freizeit oder einseitiger Ernährung ausgesetzt. Vergrößerte Poren, Hautrötungen und Pickel sind die kleinen Folgen, die man doch gerne zumindest ab und an auf bequeme Art abdecken und ein wenig wegradieren würde.
Also begibt man sich beherzt und erwartungsfroh in den Kosmetikdschungel Drogerie oder Parfümerie. Steht man aber erst vor dem Aufsteller oder Counter mit allerlei dekorativer Kosmetik und wirft einen näheren Blick auf die Vielzahl an Grundierungen, kann einem schnell der Kopf schwirren. Hat man dann das auslegbare Glück, dass einen eine der adretten Verkaufsberaterinnen mit den hübschen Namensschildchen schon entdeckt hat, kann man vielleicht noch schüchtern mit dem Kopf nickt, ob man uns denn helfen könne, aber spätestens wenn es ins Detail geht und die Frage einen trifft, was genau man denn Suche, möchten nicht selten die Wenigsten die Flucht ergreifen, um sich nicht als hilflos zu outen. Kompaktpuder, Liquid Make-up, Mineralfoundation – welches Make-up bietet sich für welchen Hauttyp denn nun an? Und brauche ich überhaupt Make-up für das, was ich gerne errzielen will? Um die große Verwirrung vor dem nächsten Besuch im Beauty-Urwalt zu nehmen, widmen wir uns einer kleinen Übersicht der gängigsten Produktarten und ein paar Tipps, die als Wegweiser dienen sollen und Stolperfallen vermeiden.
A und O – den eigenen Hauttyp erkennen! Dies entscheidet über Sieg und Niederlage bei der Verwendung von Grundierungen gleich welcher Art. Und egal wie einschüchtern die adretten Beraterinnen in der Parfümerie mit ihren Namensschildchen für manche nicht allzu kosmetikbewanderte Ladies unter uns auch sein mögen, in der Regel sollten sie einem genau dabei helfen können, das zu sehen, dem wir uns nicht so recht bewusst sind – noch nicht.
Normale Haut erkennt man an einem rosigen, gleichmäßig durchbluteten Teint und kleinen Poren. Hier bedarf es allgemein weniger Deckkraft. Ein loses oder kompaktes Puder oder eine getönte Lotion, auch Tint genannt, ist hier ideal. Der Unterschied zwischen losem und kompaktem Puder? Eigentlich gibt es keinen! Kompaktpuder ist einfach fest gepresst und handlicher zu dosieren – vor allem unterwegs. Gibt man Puder mit einem weicheren, loseren Pinsel auf die Haut, wird es weniger deckend und spendet einen eher mattierenden Effekt. Mit einem fester gebundenen Pinsel oder einem Schwämmchen erhöht sich die Konzentration des Produkts auf der Haut und es lässt sich neben dem Mattieren auch eine leichte Deckkraft aufbauen. So wird der Teint geebnet und fängt nicht so schnell an zu glänzen.
Glänzt das Gesicht von Natur aus stark, weißt sie unbesondere um die Nase herum sehr große Poren auf und neigt zu Unreinheiten, ist dies ein deutliches Indiz für fettige Haut. Hier ist Puder sehr gefragt, denn Talk, der Grundstoff für alle Puderprodukte, mattiert wirkungsvoll. Produkte, die speziell für fettige Haut ausgewiesen sind, beinhalten höhere Anteile des Inhaltsstoffs. Powder Foundations sind gepresste Komtpaktpuder, denen eine zusätzliche Menge an Pigmentpulver beigemischt wurde, um nicht nur zu mattieren, sondern auch zu tönen. So werden Unebenheiten in nur einem Schritt ausgeglichen und man ist nicht gezwungen ein zusätzlichen Produkt auf die Haut zu geben, was vor allem im Alltag gefragt sein dürfte für die Meisten.
Ein Spannen oder Ziehen und sich ablösende Hautpartikel lassen hingegen eine trockene Haut vermuten. Um die Hautschüppchen los zu werden, die ein Make-up betonen kann, empfiehlt sich einmal die Woche ein Gesichtspeeling zu machen. In Sachen Grundierung sind hier eher flüssig basierte Produkte zu empfehlen, wie Liquid Foundations. Es gibt inzwischen auch leichtere Flüssig-Makeups auf Gelbasis, die die Haut nicht nur ebnen, sondern gleichzeitig auch mit Feuchtigkeit versorgen. So setzt sich das Produkt nicht in Hautfältchen ab. Auf übermäßigen Einsatz von Puder sollte hingegen verzichtet werden, denn Talk trocknet die Haut aus und lässt sie staubig und sandig wirken.
Die allermeisten Frauen (und Männer) haben aber die Kombination aus trockenen und glänzenden Stellen im Gesicht – die Mischhaut. Hier muss man pfiffig sein, aber die Kosmetikindustrie hat bereits reagiert und bietet eine Vielzahl flüssiger Produkte mit leichter bis mittlerer Deckkraft und mattierenden Inhaltsstoffen, die sich den jeweiligen Hautgegebenheiten von Wangen- und Kinnpartie, sowie T-Zone anpassen.
Trotzdem heißt es immer wieder (und mit Recht, wie ich finde!): “Ein Make-up sieht nur so schön aus wie die Haut darunter!” Pflege ist wichtig! Bei sensibler Haut ist darauf zu achten, dass das Produkt möglichst wenig Inhaltsstoffe enthält und parfumfrei ist. In der Apotheke kann man sich beispielsweise Tipps zu dekorativer und pflegender Kosmetik und kleinen Helfern holen, wenn man unsicher ist. Jessica hat zum Beispiel kürzlich in ihrem Blog Post einen Blick auf die Pflege von Eucerin geworfen, speziell für gerötete Haut, die mittels Einsatz komplementärer grüner Farbpigmente rote Stellen im Teint neutralisiert und somit das Hautbild perfekt ebnet, um anschließend mit einem leicht deckenden Puder zu mattieren. So entgeht man der Gefahr, das Make-up maskenhaft auf Problemstellen zu schichten. Wir möchten Produkte schließlich clever einsetzen, um mit so wenig Produkt wie möglich das gewünschte Ergebnis zu erzielen.












4 Kommentare
Diana SAYS:
Endlich mal jemand, der auch der Meinung ist, dass im Alltag eine getönte Tagescreme + Puder ausreicht. Ich verstehe gar nicht, warum so viele Mädels auf ihr flüssiges Make-Up bestehen. Es gibt so viele, die es nicht nötig hätten. Und natürlich spart es Zeit.
Ganz liebe Grüße
4. März 2011 um 08:12
Lynne SAYS:
Liebe Diana, da empfinden wir es also doch recht ähnlich. Im Alltag bevorzuge ich sogar getönte Cremes und auch “selbstgemischte” Tints (mit meiner Tagescreme und leichtem Make-up vermengt), selbst wenn ich problematische Phasen mit meiner Haut habe. Ich ebne dann nur ein wenig die Rötung, die meinen ganzen Teint natürlicherweise etwas durchsetzt, aber bestehe nicht auf die makellose Leinwand, selbst mit ein paar Unebenheiten oder ein Pickelchen. Anders am Abend oder für ein Event, wenn man ausgeht, ein effektvolles Make-up aufgetragen hat und es einfach wirken soll. Da komme ich an einer guten, meist mitteldeckenden Basis gar nicht vorbei, aber auch da versuche ich so wenig Produkt wie möglich zu nutzen. Es soll nicht kleistern – das ist ein Tragegefühl, das sicher den meisten über mehrere Stunden auch nicht zusagt. Am schönsten finde ich persönlich, wenn Make-up so aufgetragen ist, dass es nicht verdeckt, sondern unterstützt und man es fast nicht fühlt.
6. März 2011 um 18:09
Markus SAYS:
Liebe Lynne,
endlich mal jemand der Klarheit im Kosmetikjungle schafft, auch wenn es nur ein Teilbereich der dekorativen Kosmetik ist.
Jedoch hätte ich am Rande eine mehr oder minder spezifische Frage: Welches Make up würdest du empfehlen, welche trocken ist, jedoch unter akne narben leidet?
Dies ist leider schon immer ein Paradoxum gewesen, da alle Foundation die für an Akne leidende Haut “geeignet” sind, auf Creme- Basis sind. Da sich Creme Foundations mal gut und gern auf Hautschüppchen absetzen, sind sie nicht für trockene Haut geeignet.
Was nun?
14. März 2011 um 11:26
Sandy SAYS:
Hallo,
wow ja endlich mal jemand mit so einer Meinung, wie viele Mädels sieht man die sich unmengen von Make Up in das Gesicht klatschen. Das sieht nicht schön aus und eben genau der beschriebene Maskeneffekt entsteht.
Und ja was auch nicht zu vergessen ist, Peelings vorher durchzuführen und das flüßiges Foundation das ist ein super Tipp.
Da ich zusätzlich unter roten Stellen leide, finde ich den Tipp auch super mit dem grünen Farbpigmente-Stift der diese roten Stellen abdeckt.
Kann ich auch nur so weiterempfehlen.
Mfg
Sandy
8. Juli 2011 um 22:02
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